Work & Travel Neuseeland

 

Work & Travel hat sich im Laufe der Jahre bei jüngeren Leuten zu einer der beliebtesten Reisearten entwickelt. Eine Vielzahl an jungen Menschen nutzt die Gelegenheit, um nach dem Abitur für einen längeren Zeitraum durch ein ganz bestimmtes Land zu reisen und sich dabei mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten. Manche legen eine Pause im Studium ein, andere wiederum entscheiden sich für einen Aufenthalt nach dem Studium.

Work and Travel Neuseeland

Neuseeland als Reiseziel

Neuseeland ist ein populäres Reiseziel, wenn es um das Thema Work & Travel geht. Die beiden Hauptinseln haben eine Menge zu bieten und werden immer wieder gerne von jungen Touristen aus aller Welt erkundet. Die Besichtigung einer Großstadt kann dabei ebenso faszinierend sein wie eine Klettertour auf einem Gletscher oder ein erholsamer Aufenthalt an einem der feinsandigen Traumstrände. Vor der Reise ist es allerdings wichtig, sich rechtzeitig um die Organisation zu kümmern. Ohne eine angemessene Planung kann sich Work & Travel schnell zum Chaos entwickeln.

Voraussetzungen

Die wichtigste Voraussetzung für Work & Travel in Neuseeland ist der Besitz eines Working Holiday Visums. Die Antragsteller müssen zwischen 18 und 30 Jahre alt sein, bei einem festen Wohnsitz in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen sowie gute Sprachkenntnisse in Englisch mitbringen. Der Teilnehmer bezahlt das Visum, welches maximal 12 Monate gültig ist, aus eigener Tasche. Es gibt mehrere Organisationen, die den jungen Erwachsenen bei der Antragstellung behilflich sind und ihnen erklären, was diese unbedingt beachten müssen. Es wird u. a. vorausgesetzt, dass der junge Mensch bei der Einreise eine Summe von insgesamt 4.200 neuseeländische Dollar mit sich führt und dies auch nachweisen kann.

Nach der Ankunft in Neuseeland müssen die Teilnehmer einige Formalitäten vor Ort erledigen. Bei dieser Tätigkeit erhalten sie Hilfe von den jeweiligen Partnerorganisationen. Die Angestellten erklären den Gästen aus aller Welt, wie sie in Neuseeland eine Steuernummer beantragen können und was sie bei der Eröffnung eines Bankkontos beachten müssen. Die Reiseversicherung spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die jungen Männer und Frauen erhalten ihre Bankkarte für das Visum in Neuseeland und bekommen zusätzlich eine SIM-Card für ihre Mobiltelefone. Für den Zugang zur Jobdatenbank wird auf jeden Fall rechtzeitig gesorgt. In der Regel bieten die Organisationen während der ersten Tage einen Infoworkshop an, um den Teilnehmern die wichtigsten Informationen zu vermitteln. Diese können selbstverständlich auch Fragen stellen, falls ihnen etwas nicht ganz klar ist. Die meisten jungen Leute möchten wissen, wo sie auf die Dauer kostengünstig übernachten können und auf welche Weise sie die passenden Jobs finden. Außerdem werden sie ausführlich zum Thema „Kauf eines Autos in Neuseeland“ beraten.

Erlebnis Neuseeland

Die meisten Teilnehmer beschreiben Work & Travel in Neuseeland nach ihrer Rückkehr als eine ganz besondere Erfahrung, an die sie sich immer wieder gerne erinnern. Das Angebot an Gelegenheitsjobs ist sehr vielseitig. Es besteht u. a. die Option, auf einer Farm bei der Ernte mitzuhelfen und Obst zu pflücken. Sportskanonen können z. B. als Tennislehrer arbeiten, andere bevorzugen eine Tätigkeit an der Kasse im Supermarkt oder am Empfang eines Hotels. Die Organisation der verschiedenen Jobs gibt den jungen Menschen eine gewisse Selbständigkeit mit auf den Weg. Außerdem ist es ein wunderschönes Gefühl zu wissen, dass die Besichtigung der großen Attraktionen wie z. B. des Kahurangi-Nationalparks, des Gletschersees Lake Te Anau oder der Hauptstadt Wellington aus eigener Tasche bezahlt wurde.

Work & Travel Neuseeland Visum


Wer einen Aufenthalt von mehr als drei Monaten oder einen nichttouristischen Aufenthalt (z. B. ein Studium oder einen Arbeitsaufenthalt) in Neuseeland beabsichtigt, benötigt ein Work & Travel Visum. Für touristische Aufenthalte in Neuseeland bis zu drei Monaten ist zur Einreise für deutsche Staatsbürger kein Visum, sondern nur ein mindestens einen Monat über das vorgesehene Reiseende hinaus gültiger Reisepass erforderlich.

Die Begriffe Working-Holiday-Visum (WHV, WHS-Visum), Working-Holiday-Permit (WHP) und Working-Holiday-Scheme-Permit (WHS-Permit) werden synonym benutzt.

Die 12-Monats-Gültigkeitsdauer eines Working-Holiday-Visums kann um drei Monate verlängert werden. Sowohl bei Erstausstellung wie bei Visumsverlängerung wird eine Gebühr von 120 Neuseeland-Dollar erhoben (derzeit etwa 75 – 80 Euro).

Während der Gültigkeitsdauer des WHV-Visums darf beliebig oft ein- und ausgereist werden. Zwischenzeitliche Ausreisen verlängern aber die Gültigkeitsdauer des Visums nicht.

Die Voraussetzungen eines Work & Travel Visums

Um ein Work & Travel Visum zu erhalten, ist zunächst erforderlich, dass der Einreisende einem der etwa vierzig Staaten angehört, mit dem Neuseeland ein zweiseitiges Abkommen über Working Holidays abgeschlossen hat. Ein entsprechende Übersicht der ein Work & Holiday Visum ermöglichenden Staatsangehörigkeiten ist auf der Webseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde (http://www.immigration.govt.nz/migrant/stream/work/workingholiday/) enthalten. Danach können im deutschsprachigen Raum deutsche und österreichische, nicht aber schweizerische Staatsbürger ein Work & Travel Visum erhalten.

Nur Einreisende, die zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, können ein Working-Holiday-Visum erhalten. Der 31. Geburtstag darf also noch nicht vollendet sein.

Zur Einreise ist ferner bei Inanspruchnahme eines Working-Holidays-Visums ein Reisepass erforderlich, der eine Gültigkeitsdauer von noch mindestens 15 Monaten aufweist.

Ein Working-Holiday-Visum wird auch nur dann erteilt, wenn im Vordergrund des Aufenthalts in Neuseeland der Urlaub steht und eine eventuelle Berufstätigkeit nur den Charakter eines Hinzuverdienstes hat. Eine ununterbrochene Beschäftigung während des gesamten 12-Monatszeitraums eines Working-Holiday-Visums ist nicht zulässig. Eine früher geltende Beschränkung auf eine höchstens dreimonatige Tätigkeit bei einem einzelnen Arbeitgeber wurde hingegen aufgehoben. Inhabern eines WHV ist erlaubt, während eines Aufenthaltes in Neuseeland Hochschulkurse oder Seminare bis zu einer Dauer von drei Monaten zu belegen.

Voraussetzung für die Ausstellung eines Work & Travel Visums ist ferner der Nachweis von finanziellen Mitteln, die zur Abdeckung des Lebensunterhaltes genügen. Bei der Einreise müssen dem Lebensunterhalt zur Verfügung stehende Finanzmittel von mindestens 4.200 Neuseeland-Dollar nachgewiesen werden, was z. Zt. einem Gegenwert von etwas mehr als 2.700 Euro entspricht. Der Nachweis kann z. B. durch eine Bescheinigung einer Bank (Kreditbrief), durch Reiseschecks oder durch einen Kontoauszug einer neuseeländischen oder deutschen Bank erfolgen, der den Einreisenden auch als Kontoinhaber ausweist.

Zusätzlich muss der Einreisende die finanzielle Möglichkeit zur Rück- oder Weiterreise belegen. Dazu genügt die Vorlage entsprechender Flugtickets oder der Nachweis von Geldmitteln, mit denen in Neuseeland entsprechende Tickets erworben werden können.

Der Einreisende muss zudem nachweisen, dass er für die gesamte Aufenthaltsdauer krankenversichert ist. Wenn ein Working-Holiday-Visum beantragt wird, dürfen nicht gleichzeitig Kinder mit dem Antragsteller einreisen. Ferner setzt ein Working-Holiday-Visum voraus, dass der Einreisende nicht vorbestraft ist. Ein WHV kann von einer Person nur einmalig im Leben in Anspruch genommen werden. Kontingentierungen für deutsche oder österreichische Staatsbürger bestehen dagegen nicht.

Die Verlängerung eines WHS-Visums

Die 12-Monats-Gültigkeitsdauer eines Working-Holiday-Visums kann um drei Monate verlängert werden. Sowohl bei Erstausstellung wie bei Visumsverlängerung wird eine Gebühr von 120 Neuseeland-Dollar erhoben (derzeit etwa 75 – 80 Euro). Mithilfe von Beschäftigungsnachweisen neuseeländischer Arbeitgeber muss bei einem Antrag auf Visumsverlängerung nachgewiesen werden, dass der Antragsteller mindestens drei Monate als Saisonarbeiter in Weinbau- oder Gartenbaubetrieben tätig war.

Die Beantragung eines Working-Holiday-Visums

Das Visum ist von deutschen Staatsbürgern online bei der neuseeländischen Botschaft in Berlin zu beantragen (www.nzembassy.com/germany). Die Gebühr von 120 Neuseeland-Dollar kann nur mittels einer Master- oder Visacard beglichen werden, die aber nicht unbedingt auf den Namen des Antragstellers lauten muss. Bei Antragstellung ist darauf zu achten, dass der Reisepass ab vorgesehenem Ankunftsdatum in Neuseeland noch 15 Monate gültig ist. Neben den Daten aus dem Reisepass sind auch Führerschein- oder Personalausweis oder geburtsurkundliche Daten anzugeben.

Work & Travel Neuseeland Tipps


Es mag zwar kein Land der Erde geben, welches weiter von Deutschland entfernt ist als die Inseln des genau auf der anderen Seite des Globus situierten Neuseelands, diese geografische Distanz hat jedoch scheinbar keinerlei negativen Einfluss auf die touristische Popularität des Archipels südöstlich von Australien. Aotearoa, in der Maori-Sprache also das bereits in der Überschrift erwähnte Land der langen weißen Wolke, ist dabei vor allem bei jüngeren Reisenden sehr beliebt, häufig gehört ein Trip ans andere Ende der Welt zum bevorzugten Travellerprogramm nach der Schule bzw. vor Aufnahme des Studiums. Doch natürlich machen sich die etwa 23500 Km Entfernung auch beim Preis des Flugtickets sehr deutlich bemerkbar, hier können schnell zwischen 1000 oder 1500 Euro fällig werden, je nach genauer Jahreszeit auch schon bedeutend mehr. Und sogar wenn dem frisch gebackenen Abiturienten oder zukünftigen Erstsemester wohlmeinende Eltern oder Großeltern bei den Flugkosten unter die Arme greifen oder gleich das ganze Ticket spendieren, sollte man nicht vergessen, dass Neuseeland durchaus ähnliche Lebenshaltungskosten aufweist wie Westeuropa, manches, wie z.B. Alkohol, Tabak oder auch sämtliche aus Übersee importierten Waren sind sogar noch teurer als hierzulande.

Neuseeland

Um das von der Fläche von ca. 268 680 Km² her ähnlich große Land wie England in der Südsee jedoch nicht nur für einen Kurzbesuch, sondern in seiner ganzen landschaftlichen und kulturellen Pracht auch zeitlich ausreichend zu bereisen, können sich jedoch von Hause aus nicht ganz so betuchte Zeitgenossen die schon seit Jahren sehr beliebte und bewährte Methode des work&travel zwischen North- und Southland auf den ebenso benannten beiden Hauptinseln zu Nutzen machen. Wer zwischen 18 und 30 Jahren alt ist, einen Betrag in Höhe von 4200 NZ$ nachweisen kann, einen bei Einreise noch 15 Monate gültigen Pass sein Eigen nennt, nicht vorbestraft, und nach Augenschein gesund ist, der kann die 12 Monate gültige Working Holiday Permit bzw. das Work and Travel Neuseeland Visum selber, oder im Rahmen eines auch von Deutschland buchbaren Gesamtpakets samt Flug beantragen. Dieses berechtigt ihn oder sie, ein ganzes Jahr lang in Neuseeland zu reisen und zu arbeiten, zusätzlich muss man auch eine Steuernummer (Tax Number) beim neuseeländischen Finanzamt („Inland Revenue Department“, IRD), beantragen, Büros dieser Institution finden sich in fast jeder größeren Gemeinde.

Hat man diese Formalitäten erledigt, steht einem der gesamte Arbeitsmarkt des Landes quasi offen, realistisch betrachtet sind es jedoch meist nur einige bestimmte Branchen, in denen man schnell und unkompliziert eine Anstellung findet. Und obwohl Neuseeland von seinen ökonomischen Eckdaten wie auch allgemeinem Lebensstandard her ganz klar ein Industrieland ist, sind die wichtigsten Wirtschaftszweige doch interessanter Weise doch vor allem Land- und Forstwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie und der speziell in einigen Regionen sehr dominante Tourismus. Dementsprechend sind Tätigkeiten wie besonders in der Ernte aller möglichen Obst- und Gemüsesorten des ausgesprochenen fruchtbaren Landes, Verpackung und Transport derselbigen, Aushilfs- und Saisonjobs in der Gastronomie und Hotellerie, Reinigungs- wie auch Bauarbeiten aller Art diejenigen Arbeiten, bei denen Backpacker aus aller Herren Länder ihre Reisekasse aufbessern. Trotz des meist sehr internationalen Flairs vieler Arbeitsstätten sollte man jedoch ausreichend gut des Englischen mächtig sein, um wichtige Anweisungen und Anforderungen auch schnell und vollständig zu verstehen. Zu den individuellen Reiseplänen passende Jobs findet man übrigens am besten auf den Online-Jobbörsen Neuseelands, selbst, schwarze Bretter in Hotels und Hostals, Aushänge im Einzelhandel oder das Vorsprechen bei Touristeninfos vor Ort helfen mitunter auch schnell weiter.

Work & Travel Neuseeland Erfahrungen


Ein Jahr lang das neuseeländische Leben genießen und ein bisschen jobben zwischen Schafen, grünen Wiesen, goldenen Stränden, sanften Wellen, mächtigen Gletschern und malerischer Bergkulisse. Ein paar supertolle Leute treffen, Partys am Strand feiern, Surfen lernen, Wandern und Camping: So hatte ich mir Work & Travel in Neuseeland vorgestellt. Und es wurde noch besser, wenngleich natürlich nicht immer nur die Sonne schien, ab und zu das Geld knapp wurde und ganz klar auch mal Tränen flossen.

Wie viele Backpacker kam ich in Auckland an. Die Stadt ist bestenfalls als Startpunkt geeignet, um sich ein kostenloses Bankkonto bei der Kiwi-Bank und eine IRD-Nummer zum Arbeiten im Land zu organisieren. Ankommen, im Hostel entspannen, die teuren Lebensmittel- Bier- und Zigarettenpreise checken - und nichts wie rein ins echte Abenteuer. Schon wenig später saß ich mit ein paar anderen Reisenden in einem Auto Richtung Cape Reinga, um in Sanddünen zu surfen und die endlose Weite des Ozeans zu genießen. Freiheit. Da wollte ich hin.

Es gibt grandiose Ecken auch auf der Nordinsel, angefangen in der Surferhochburg Mount Maunganui, wo ich meine ersten Neuseeland-Dollar mit harter Arbeit am Fließband in einer Fischfabrik verdient habe. 12-Stunden-Tage, ein schmerzender Rücken, doch faire Arbeitsbedingungen und eine ganz gute Atmosphäre. Davon abgesehen, dass ich jeden Abend selbst wie ein Fisch roch, war es eine gute neue Erfahrung. Und irgendwoher muss das Geld zum Reisen kommen. Bei dem Ansturm vor allem deutscher Backpacker auf Neuseeland ist jeder Reisende froh über nur irgendeinen Job. Abends im Hostel beim gemeinsamen BBQ oder Drinks wird das in Gesprächen oft deutlich. Und schnell wird klar: Geld im Überfluss verdient keiner der Reisenden in Neuseeland.

Mein nächstes Ziel: Napier. Die Art-Deco-Stadt an der Hawkes Bay. Und über das Internet hatte ich einen Job als Managerin in einem Hostel gefunden. Vertretungsweise, da der Chef im Urlaub war. Er hatte mehr Vertrauen in mich gesetzt als ich in mich selbst. Und so blieb mir nichts, als eine gute Zeit zu haben mit den Gästen im ausgebuchten Haus. Ich lernte schnell, wie man die Gäste bei Feueralarm evakuiert und dass sich Klos nicht von selbst reinigen. Die neuen Erfahrungen in beruflicher Hinsicht, aber auch das Lernen über sich selbst und das Abbauen von Hemmungen gibt Selbstbewusstsein und macht die Work & Travel-Zeit unvergesslich. Schnell stellt sich das Gefühl ein, dass die Welt einem zu Füßen liegt und es nur an einem selbst liegt, was man daraus macht. Und so trampte ich mit aufgefülltem Bankkonto einmal komplett um die Nordinsel. Ich ließ nichts aus von der Coromandel-Halbinsel, den Taupo-See über die Geysire in der vulkanartigen Landschaft Rotoruas, Besteigen vom Mount Taranaki, Surfen in chilliger Atmosphäre in Raglan und Besteigen vom Tongariro-Vulkan. Von der bunten spannenden Studentenstadt Wellington ging es anschließend mit der Fähre auf die Südinsel.

Immer wieder kreuzten neue spannende Menschen meinen Weg. Wege verliefen oft für eine Weile gleich, trennten sich, kreuzten sich wieder, aber brachten mich immer irgendwie weiter, manchmal auch mit kleinen Umwegen durch Romanzen und folgenden Herzschmerz.

Auf der Südinsel ging es weiter. Mehrtageswanderungen, traumhafte Strände im Abel-Tasman-Nationalpark, Staunen über den Franz-Josef-Gletscher, wunderschöne Bergkulisse in Wanaka, Partys in Queenstown. Nie war das Weiterkommen ein Problem. Genug Backpacker hatten Autos, man teilte sich den Sprit, buchte im Zweifelsfall den Bus oder streckte den Daumen am Straßenrand raus.

Auf der Südinsel arbeitete ich zunächst nur ein paar Stunden pro Tag für freie Unterkunft in einem Hostel in Nelson. Es gefiel mir, ich hatte einfach den Chef gefragt und blieb länger als geplant. Und als der Geldschuh mal wieder richtig drückte, ging es an die Erntearbeit. Ich hatte im Internet recherchiert und sämtliche Farmer in Central Otago angerufen, meinen Namen bei Arbeitsagenturen hinterlassen. Um diese Jobs ringen die Backpacker. Ich zog ein Arbeitslos. Wenig später wurde ich auf einer Farm zum Obst pflücken beschäftigt und hingehalten. Das Obst wuchs nicht schnell genug, zudem war der Farmer ein Gauner, der uns in schäbigen ekligen Baracken zu überteuerten Preisen untergebracht hatte und versuchte, den Lohn zu drücken - und zu betrügen. Ein paar Tränen der Verzweiflung und der Wut rollten. Das gehört wohl auch zur Work & Travel-Erfahrung.

Mit viel Glück fand ich einen Job in einem Aprikosen-Packhaus nahebei. Es läuft eben immer irgendwie. Untergebracht war ich auf einer alten Matratze in einer Hütte für wenig Geld zusammen mit anderen Work&Travel-Reisenden. Man schraubt die Standards herunter - und das tut im Nachhinein auch gut. Wir hatten eine schöne Zeit. Und mehrmals pro Woche lud unser Chef zur Party in seiner Scheune. Der Abschied fiel fast schwer, als ich mich schließlich aufmachte, um zusammen mit Arbeitskollegen und neuen Freunden den Rest des Landes während eines Road- und Campingtrips zu sehen wie die lebendige Studentenstadt Dunedin, den wunderschönen Milford Sound, Mount Cook, Christchurch oder Oamaru. Work & Travel in Neuseeland war nicht immer nur lustig und einfach, aber eine der Erfahrungen, die mein Leben sehr viel reicher gemacht haben und die ich niemals missen möchte.


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